Neue Erkundung des Untergrunds in der Region Gruyère
23.02.2026Ab dem 23. Februar 2026 werden Messfahrzeuge erneut die Strassen im Bezirk Gruyère befahren. Nach einer ersten Kampagne im Herbst 2023 möchte Géothermie Préalpes AG ihre Kenntnisse des Untergrunds weiter vertiefen, um das geothermische Potenzial der Region genauer zu bewerten.
Die erste Messkampagne im November 2023 hat gezeigt, dass im Untergrund ein System von Störungszonen vorhanden ist, das für die Nutzung der Geothermie besonders interessant sein könnte. Um die geologischen Eigenschaften rund um diese Strukturen genauer zu bestimmen, führt Géothermie Préalpes nun weitere geophysikalische Messungen durch. Diese zweite Kampagne basiert auf der gleichen Technologie wie die erste. Messfahrzeuge senden akustische Signale in den Boden, die von den verschiedenen geologischen Schichten reflektiert werden. An der Oberfläche werden diese Wellen von Messgeräten, sogenannten Geophonen, aufgezeichnet.
Eine mobile Baustelle mit geringen Auswirkungen
Das Untersuchungsgebiet ist kleiner als 2023 und umfasst 15 Gemeinden: Pont-en-Ogoz, Sorens, Marsens, Echarlens, Riaz, Sâles, Corbières, Botterens, Morlon, Bulle, Vaulruz, Vuadens, Le Pâquier, Broc und Gruyères. Die Messfahrzeuge werden zwischen dem 23. Februar und dem 13. März 2026 im Einsatz sein. Um Störungen zu minimieren und die Zuverlässigkeit der Daten zu verbessern, finden die Messungen hauptsächlich zwischen 19.00 und 6.00 Uhr statt.
In der Nähe der Fahrzeuge können während weniger Sekunden leichte Vibrationen spürbar sein, bevor sie sich um einige Dutzend Meter weiterbewegen, um eine neue Messung durchzuführen. Der Fortschritt der Kampagne kann über eine interaktive Karte auf der Website www.geothermie-prealpes.ch (Webseite nur auf Französisch) verfolgt werden.
Diese zweite Kampagne ist Teil eines mehrstufigen Prozesses, bei dem jede Phase dazu beiträgt, das geothermische Potenzial der Region genauer zu bewerten. Die erhobenen geophysikalischen Daten sind entscheidend, um über eine mögliche Explorationsbohrung zu entscheiden. Nur eine solche Bohrung kann bestätigen, ob sich tatsächlich Wasser in den Störungszonen befindet und welche Temperatur es hat.
Eine saubere und lokale Energiequelle nutzen
Bestätigt sich das geothermische Potenzial der Region, könnten die Warmwasserreservoire künftig zur Versorgung des Fernwärmenetzes von Gruyère Energie AG genutzt werden. Dieses Netz wird derzeit zu 95 % mit Holz betrieben und wächst aufgrund der steigenden Nachfrage stark.
Um seine Energiequellen zu diversifizieren, prüft Gruyère Energie, die Geothermie als saubere, lokale und sichere Energiequelle in das System zu integrieren – als ideale Ergänzung zu den bestehenden Ressourcen. Sollte sich zudem zeigen, dass die Temperatur des geothermischen Wassers ausreichend hoch ist, könnte auch eine Stromproduktion in Betracht gezogen werden.
Newsübersicht